Haus für Kinder
Die Villa e.V.

Nürnberg

Unser Weg in Richtung Nachhaltigkeit ...

Dem Zeitgeist entsprechend macht der Verein die Villa e. V. Nachhaltigkeit, Ökologie und sorgsamen Umgang mit den Ressourcen zum Thema. In Zukunft wird es essentiell sein sich diesen Themen zu stellen, sich mit ihnen auseinander zusetzen und auch aktive Beiträge zu leisten. Gerade als Einrichtung für Kinder haben wir eine gesellschaftliche Vorbildfunktion und die Verantwortung diese auch wahrzunehmen. In einem Verein mit vielen unterschiedlichen Interessen, Weltbildern und auch persönlichen Möglichkeiten ist das nicht immer einfach, aber auch nicht unmöglich.

Die meisten Einrichtungen im sozialen Bereich sind, wie wir auch, mit grundlegenden Themen wie Finanzierung und Alltagsgestaltung beschäftigt, dass nicht viel Zeit bleibt sich auch noch in diese Richtung hin zu orientieren. Aber gerade deswegen, weil es auch einen Zeitgeist widerspiegelt, bei dem andere Themen den Anschein erwecken weitaus wichtiger zu sein, wollen wir uns hier der Herausforderung stellen, uns für die Zukunft positionieren und auch ein Beispiel dafür sein, dass kleine Veränderungen Entscheidendes bewirken können. Das sind wir unseren Kindern schuldig.

Seit September 2007 werden alle Vorgänge z. B. Einkauf von Nahrungsmitteln, Bastelmaterialien, Bettwäsche, Windeln etc. nach diesen Kriterien hin ausgewählt. So war 2007 / 2008 unser Reform- und Testjahr, wie sich diese Kriterien erfüllen und auch finanziell machbar gestalten lassen.

Fazit (überarbeitet Frühjahr 2009):

Das zuerst auf ein Jahr begrenzte Projekt erweist sich als durchwegs umsetzbar und ist nun auch über die Testphase hinaus fester Bestandteil unserer Einrichtung. So ist eine anfängliche Idee der Nachhaltigkeit zu einer Grundausrichtung geworden, die von allen Beteiligten (Eltern, MitarbeiterInnen, Vorstand) überzeugt getragen und auch weiterentwickelt wird. Nachdem es überraschender, - und positiverweise zu keinen größeren finanziellen Aufwendungen kam, wird unser Konzept auch in Zukunft weiter ausgebaut. Es zeigt sich, dass die Durchführung und konsequente Ausrichtung an nachhaltigen und ökologischen Kriterien auch im sozialen Bereich durchwegs machbar ist.

Umsetzung

Ein Beispiel aus der Praxis:

Das Mittagessen der Einrichtung wird von den Eltern frisch zubereitet. Hierzu können sich die Eltern in die aushängende Essens-Liste eintragen. Jede Familie kocht ungefähr einmal im Monat für alle 20 Kinder und die MitarbeiterInnen.
Die Liste ist für alle einsehbar. Dadurch wird gewährleistet, dass der Speiseplan abwechslungsreich gestaltet wird. Es wird Wert auf regionale und saisonale Zutaten gelegt, die auch von den Eltern selbst eingekauft werden. Zur Information hängen am Schwarzen Brett die aktuellen Angebote der ansässigen Bioläden,- supermärkte aus.
Das von den Eltern zubereitete Essen sichert eine hohe Qualität der Speisen, da diese in der Einrichtung frisch und kleinkindgerecht zubereitet werden.

Bild 1: Die „Ess-ecke“ für Informationen rund´ um´s Essen in der Kinderkrippe
Diese Form der Essenszubereitung und -gestaltung leistet einen wichtigen Beitrag zur Esskultur, die einen wichtigen Bestandteil - auch des pädagogischen Konzeptes - darstellt. Hier kommt eine hohe Wertschätzung für Nahrungsmittel allgemein, aber auch für ein essentiell wichtiges Grundbedürfnis unserer Kinder zum Ausdruck.

Bild 2: Die Kinder beim Einnehmen des Mittagessens
Die dadurch entstehende Kommunikation unter den Eltern und mit den MitarbeiterInnen ist ein positiver Nebeneffekt. Zudem wird die Idee der frischen, ökologischen Nahrungszubereitung und einer sinngebenden Esskultur auch in die Elternhäuser getragen, was in der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit mehr darstellt.